Drucksache
Neue Drucke und andere Bilder


Thomas Peter, Köln


Schwarze Kunst aus der Presse

Aus dem Text von Dr. E. Hövelmann im Katalog zur Ausstellung

Das Drucken von hölzernen Druckstöcken auf Papier oder andere Bildträger hat die längste künstlerische Tradition aller Drucktechniken im europäischen Kulturraum. Nahezu zeitgleich mit dem Import des Wissens von der Kunst des Papierschöpfens aus Asien und davon abhängig, entwickeln europäische Handwerker im 15. Jahrhundert den Holzschnitt. Seitdem ist diese Drucktechnik Teil der Kunstgeschichte und wird, abhängig von Mode und bildnerischer Vorstellung, mehr oder weniger intensiv von Künstlern aller Disziplinen betrieben. Für den Kölner Künstler Thomas Peter gehört die Beschäftigung mit dieser graphischen Technik seit seinem Studium in Köln zum festen Bestandteil seiner künstlerischen Tätigkeit. Dazu gehört nicht zuletzt die über zehnjährige Lehrpraxis in diesem Metier an verschiedenen Institutionen. In seinen neuen Holzschnitten verzichtet Thomas Peter auf alle artistischen Finessen des mehrfarbigen Drucks. Sie spekulieren nicht mit den Rätseln, die entstehen können, wenn verschiedene farbige Druckstöcke nebeneinander und übereinander gedruckt werden, und der Produktionsablauf nur noch für Spezialisten nachvollziehbar ist. Bis auf eine einzige Ausnahme sind alle Bilder von jeweils nur einer Platte in Schwarz gedruckt. Mit seinen neuen Holzschnitten bezieht sich Thomas Peter auf die allerersten Erzeugnisse in dieser Ausdrucksform. Diese einfachen Schwarzlinien - Drucke, kleine Heiligenbilder und Spielkarten, wurden häufig mit Wasserfarben koloriert. Zunächst waren diese Bilder Gebrauchsgraphiken, die in einer Gesellschaft, deren Hauptkommunikationsmittel das gesprochene Wort war, zu einem neuen, leicht verfügbaren Informationsträger über alle Sprachbarrieren hinweg wurden. Auch die kleinen Bilder von Thomas Peter haben erzählerisches Potential. Die verschiedenen Bilder dokumentieren Situationen, die manchmal bedrohlich, dramatisch oder fröhlich sind. Die Formensprache, die Thomas Peter für seine Drucke findet, verhehlt ihre Verwandtschaft mit dem Genre 'Comic' nicht. Und auch in seinen Szenen lauert den traurigen Helden hinter der vordergründigen Leichtigkeit des Dargestellten immer wieder die drohende Tragödie. Durch das unterschiedliche Kolorieren eines Motivs ergeben sich verschiedene Farbatmosphären, die jeweils eine eigene Stimmung im Bild erzeugen. Der Fundus, aus dem Thomas Peter alle seine Bilder zusammenbaut, liegt in den beobachteten oder zumindest beobachtbaren Phänomenen der Natur. Besonders sichtbar ist das in den schwarzweißen Drucken, die Bäume und Äste zeigen. Auch hier bezieht er sich wieder auf ein klassisches Sujet. So zeichnen sich die aktuellen Holzschnitte von Thomas Peter durch den Bezug auf die Kunstgeschichte und ihre zeitgenössische Bildsprache aus.